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Trigger Happy: Videogames and the Entertainment Revolution by Steven Poole

 Details zu Trigger Happy: Videogames and the Entertainment Revolution by Steven Poole

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Top-ReviewReview von argorTop Reviewer (Level 6), Score: 119425




::: Fazit :::


argorSteven Poole’s ‚Trigger Happy’ ist das Pendant zu Kubrick’s '2001' und Tarkovsky’s 'Solaris' im Bereich der Videospielliteratur. Keine Effekt heischende Achterbahnfahrt, sondern eine intellektuelle Reise zur Daseinsberechtigung, ins Innerste von Videospielen.
Das Wagnis sich auf die Suche nach dem Grund der Spielfreude, den sie formenden Komponenten zu machen, hat sich gelohnt: wer gewillt ist, Zeit und Geist zu investieren, bekommt die Chance sein Hobby in einem (wahrscheinlich) recht neuen Licht zu sehen.

In Anbetracht dieser Umstände fällt die schlechte Screenshot-Qualität letztlich nur marginal ins Gewicht.



::: Positiv :::


umfassende und durchdachte Aufarbeitung
hohers, inhaltliches Niveau
Index und Bibliographie



::: Negativ :::


Qualität der verwendeten Abbildungen



::: Rating :::


Wertung: 82%

Veröffentlicht am 12.09.2003 14:24, dieser Review wurde 454x gelesen.


That which has neither utility nor truth nor likeness, nor yet, in its effects, is harmful, can best be judged by the criterion of the charm that is in it, and by the pleasure it affords. Such pleasure, entailing as it does no appreciable good or ill, is play... (Plato)*



'Trigger Happy’ von Steven Poole, einem u.a. für 'Guardian' und 'Independent' schreibenden Journalisten und Kolumnisten für 'EDGE', ist weder eine historische Aufarbeitung des Videospielphänomens noch ein Kanon für die Videospielzunft, sondern stellt vielmehr einen Versuch dar, die durch das Videospielen erzeugte Verve zu analysieren, zu erklären.



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Film manipulates the viewer, but a game depends on being manipulable.**
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Um eines so abstrakten Begriffs wie Spaß habhaft zu werden, wählt Poole einen Ansatz, welcher den Leser von allen Seiten bzw. unter Einbeziehung der wichtigsten Aspekte an das Problem heranführt. Nach einem Überblick über die grundlegenden Spielideen und der damit verbundenen Klassifizierung in die verschiedenen Genres und Subgenres, beginnt er das Videospiel als Unterhaltungsform wie als audiovisuellen Transmittor Kapitel für Kapitel zu sezieren.
Dabei arbeitet sich Poole von den primären, substanziellen Fragen zu den subtileren Fragestellungen vor – quasi von der Oberfläche der Materie zu den zutiefst inhärenten Eigenschaften. Deshalb stellt die Frage nach der das Geschehen umfassenden Welt auch den Ausgangspunkt dar: wie real darf die dargestellte, fiktive Realität sein, um vom Spieler akzeptiert bzw. um nicht als überfrachtet oder die Motivation hemmend wahrgenommen zu werden? Man stelle sich beispielsweise eine Konfrontation, die mit futuristischen Laserwaffen ausgetragen wird, vor: obwohl es die physikalischen Gegebenheiten gebieten würden, dass man dem Lasergeschoß ob der Lichtgeschwindigkeit nicht ausweichen bzw. die Gefahr gar nicht vorzeitig wahrnehmen könnte, wäre dies für den Spielablauf absolut tödlich. Der zentrale Punkt bei der stets geforderten Realität ist weniger die von uns im täglichen Leben wahrgenommene Realität abzubilden, sondern eine mit dem Spielkonzept konsistente zu erschaffen. Um diese konstruierte Welt aber für den Spieler erlebbar zu machen, ist es eminent, dass auch die darin existierenden Dinge untereinander konsistent sind (z.B. kann man mit dem Enterhaken in Zelda auch Gegner angreifen oder Gegenstände heranholen, darüber hinaus findet er auf Stein keinen Halt).
Ein anderes Kapitel behandelt das ambivalente Verhältnis zwischen dem Medium Film und dem Videospiel und arbeitet die teilweise völlig konträren Stärken heraus. Was trägt in diesem Fall die audiovisuelle Aufbereitung bei und wie ist sie im Kontext mit der Geschichte der Malerei und im speziellen mit der perspektivischen Darstellung, bzw. mit der Musikbegleitung und –untermalung zu sehen. Oder anders gefragt: an welche innovativen oder konzeptuellen Grenzen stößt man derzeit. Weiters arbeitet er die Unterschiede zwischen konventionellen Erzählformen und Videospielen und deren jeweilige Stärken heraus. Auch dem Problem der oftmals geforderten, vollkommen interaktiven Storyline wird ein angemessener Rahmen eingräumt.

Andere Punkte, die beleuchtet werden, betreffen die Generierung von Protagonisten und den Versuch eine Identifikation mit diesen zu erreichen, bzw. Sym- oder Antipathie zu erzeugen oder das Prinzip der Motivation und der gezielten Belohnung. Ein sehr interessantes Kapitel widmet sich der Analyse von Symbolen und Zeichen als Kommunikationsmittel mit dem Spieler auf mehreren sich überlagernden Ebenen und den verschiedenen Stufen möglicher Abstraktion.


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The big problem with interactive storytelling is a basic conflict. When telling a story one wants the listener to abandon his body and space and be swept along in a new place, time or world. When you ask a person to make a decision, you push that person back into his own body.***
---------------´´--




'Trigger Happy' stellt den ersten Versuch dar, die Quintessenz des Videospiels zu erklären, das gewisse Etwas, das Mittelmaß und Meisterwerk trennt, zu quantifizieren und die Errungenschaften, die dem Videospiels anzurechnen sind, ins rechte Licht zu rücken. Poole legt quasi eine wissenschaftliche Arbeit über den Einfluss von Videospielen und im Besonderen über die Wichtigkeit und Verflechtung bestimmter Komponenten dar. Er geht in diesem Zusammenhang die meisten Punkte von einer philosophischen und soziologischen Warte an und dementsprechend bewegt sich die Abhandlung auf einem relativ hohen teils abstrakten, teils philosophischen Level, wobei der Stil ein wenig an eine lange Unterredung mit dem Autor erinnert. Die sprachliche Komponente will hierbei natürlich nicht hinten anstehen und deshalb werden Freunde von verschachtelten Sätzen, Fremdwörtern und extravaganten Formulierungen genussvoll mit der Zunge schnalzen – alle anderen werden ob der einen oder anderen Satzkonstruktion/Wortwahl vielleicht eher in Missfallen die Augenbrauen anheben. Um alle Verweise und Einwürfe zu verstehen, sollte man auch eine gewisse Sattelfestigkeit in Bezug auf Literatur und die bildenden Künste mitbringen.

Andrerseits kann man Poole aber nicht den Vorwurf machen, dass er keine Beispiele bringt: bei faktisch allen Punkten werden prominente Spiele zitiert, an Hand derer gerade erörterte Passagen verdeutlicht werden. Dabei beschränkt sich die Auswahl einerseits auf sehr bekannte Spiele (z.B. GT, Pac-Man und Zelda64) und andrerseits großteils auf zwei Perioden – die erste Hälfte der 80er Jahre und die Zeit ab dem Auftreten der ersten kommerziell erfolgreichen 32-Bit Konsolen.


Viele Passagen sollten nicht überflogen werden, sondern fordern geradezu zur Reflexion auf. 'Trigger Happy' konfrontiert den Leser nicht mit den althergebrachten und oberflächlichen Erklärungsversuchen, sondern man spürt, dass sich der Autor mit dem Geschriebenen identifizieren kann, dass er das innere Leben der Spiele sich und dem Leser verständlich zu machen versucht. Wobei aber die Objektivität niemals auf der Strecke bleibt: Kritik an Konzepten, Diskussionen über Ethik und Moral und die Zerpflückung so manch eines lange propagierten Traumes finden entsprechenden Platz.

Neben einem angenehmen (wenn auch etwas großen) Druckbild, beinhaltet das Buch auch ein Stichwortverzeichnis und eine übersichtliche Bibliographie, wobei in meiner Version hier eine Seite doppelt gedruckt wurde.

Der einzige, wirkliche Makel, der dem Buch anhaftet, ist die Qualität der abgedruckten Screenshots. Diese ist dermaßen inferior, dass es jeder Beschreibung spottet: neben der für Screenshots nicht unwesentlichen Tatsache, dass sie in schlichtem Schwarzweiß gehalten sind, erinnern sowohl Helligkeitsanpassung als auch Kontrast mehr an eine Handpause als an eine professionelle Arbeit.





Trigger Happy - Videogames and the Entertainment Revolution
242 Seiten (inkl. Bibliographie und Index), 22 S/W-Abbildungen
Hardcover, grobes und relativ dickes Papier

Der Test basiert auf der 1. US-Auflage, das Cover des Buchumschlags (Carrier - Sega Dreamcast) wirkt von der Bildwahl wie vom Design ein wenig billig, das Buch selbst ist schwarz mit einer silbernen Titelprägung auf dem Buchrücken.

Der erste Teil des Klappentextes und das Cover können auf der Details zu-Seite eingesehen werden.




* Seite 13, Original Plato's Gesetze
** Seite 81
*** Seite 171 (Nolan Bushnell)

Bild (Steven Poole): www.guardian.co.uk

Layout für Auflösungen 1280x1024 (primär) und 1024x768 (sekundär)


Review-Score 4864


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Doki NafasoTop Reviewer (Level 6), Score: 214409 am 17.10.2003 21:07
Von wann ist das Buch? Diese Frage wurde leider trotz Nachfrage nicht beantwortet. Der Text hätte zum Ende hin ruhig konkreter werden dürfen. Die eine Grundthese (Konsistenz) wird ja recht früh geklärt und sogar mit einem kleinen Beispiel (Zelda) erläutert, aber dann kommt keine einzige bestimmte Aussage mehr. Ich weiß zwar, dass das Buch selbst auch abstrakt ist, dennoch wird es wohl noch einige Aussagen gemacht haben, die du beispielhaft mit den erwähnten Spielen (Pac-Man, GT) hättest verknüpfen können und sollen. Stattdessen kommt in der Mitte des Textes eine Art zweiter Einleitung ("legt quasi eine wissenschaftliche Arbeit.."), so dass der Text einfach nicht von der Stelle kommt. Ist es ein Zufall, dass auch der Sprachstil ein wenig wie gemeißelt wirkt? Aber das soll mir schnuppe sein. Nur dass die Screenshots nun auch noch als "inferior" gelten müssen, finde ich dann doch etwas übertrieben. :)


NRGTop Reviewer (Level 6), Score: 136410 am 29.09.2003 23:48
Tiptop Review! Mir gefällt das Plato-Zitat und der Schreibstil. Ich warte schon gespannt auf deine nächste Überraschung.


Fuse.F/XTop Reviewer (Level 6), Score: 155235Official Beta-Tester Zockerbudenbild im Profil! am 19.09.2003 08:04
Schöne und interessante Buchbeschreibung, die Neugierig auf mehr macht. Interessant wäre es noch zu wissen wann das Büchlein überhaupt erschienen ist?

Sprachlich kommt das Review, wie eigentlich immer bei Dir, durchweg gelungen daher, wenngleich auch der Stil für dieses Grundthema sicher etwas ungewöhnlich ist. Mir ist´s nur recht, dass hierfür die Kinderschuhe abgestreift werden und eine (nicht nur, aber auch sprachlich) anspruchsvollere Herangehensweise Einzug hält. Bravo!



CubanceTop Reviewer (Level 6), Score: 139920 Zockerbudenbild im Profil! am 15.09.2003 23:10
Verve, interänt, eminent, ambivalent, konträr, Quitessenz, inferior... abgesehen von diesen ungebräuchlichen und mir größtenteils unbekannten Fremdwörtern ist das Buchreview gelungen. Einige Sätze sind etwas kompliziert - umständlich - gestrickt; sonst bleibt dir Kritik heute erspart. In diesem Sinne - du bist weiter, wir sehen dich in der nächsten Runde wieder! *G*


EccomanReview Master (Level 7), Score: 451763 Zockerbudenbild im Profil! am 14.09.2003 13:13
OK, nüchtern und sehr gründlich lesend lässt sich der Inhalt erschließen - aber: Der Text ist garantiert nicht für jeden verständlich. Eigentlich würde die zähe Lesequalität, die aus den meist kompliziert konstruierten und mit Wörtern hoher Sprachwahl angereicherten Sätzen resultiert, für ein "+" sorgen, aber es gibt einige Gründe dagegen: Sprachlich durchweg nahezu fehlerfrei, es scheint viel Sorgfalt in dem Text zu stecken und trotz des Niveaus hast du es nicht versäumt, einige Auflockerer einzubauen. Ich schließe mich in Sachen "Bücherliebe" aber Hayate an! ;)

Insgesamt sehr gut - denn an der Kaufempfehlung gibt es sowieso nichts zu meckern. :)



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::: Wertungsrichtlinien :::

91% - 100%Referenz
81% - 90%Spitzenklasse
71% - 80%sehr gut
61% - 70%gut
51% - 60%durchschnittlich
41% - 50%unterdurchschnittlich
31% - 40%schlecht
21% - 30%sehr schlecht
11% - 20%miserabel
1% - 10%Aaargh


::: Reviews in Arbeit :::

Shadow of the Colossus
God of War
Super Mario 64
Kameo: Elements of Power
Fire Emblem: Path of Radiance
Der Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter
Project Gotham Racing 3
Fable
Haunting Ground
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Super Mario Bros. 3
Polarium
Devil May Cry 3: Dantes Erwachen
Maximo vs. The Army of Zin
Castlevania: Harmony of Dissonance


::: Neue Ergänzungen :::

Xenosaga 2: Jenseits von Gut und Böse
Rainbow Six: Lockdown
Shadow Hearts
Xenogears
The Bouncer
Star Fox: Assault
Fire Emblem
Devil May Cry 2
Suikoden IV
King of Colosseum


::: Frisch überarbeitet :::

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